|
Doch mit dem Zusammenbruch des Kaiserreichs schlug die Stimmung um; die große Akzeptanz in der Öffentlichkeit ließ die Gartenstadt zum beliebten Pilgerort werden. 135
Familien lebten Anfang der 2Oer Jahre zwischen Akazienhof und Gartenstadtweg. Es war eine bunte Mischung - von Künstlern, Vegetariern, Antialkoholikern bis zu Bodenreformern - die teilweise schwärmerisch geprägte Ziele verfolgten.
Durch die Flucht aus der Mietskasernenstadt in die Vororte Berlins sah man die Möglichkeit, neue Lebensformen selbstbestimmt zu verwirklichen. In der Siedlung gab es Sänger- und einen Turnverein sowie Schachgruppen und
eine freiwillige Feuerlöschgruppe. Sogar eine eigene Siedlungszeitung "Der Falkenberg" wurde ins Leben gerufen, die "Falkenberger Nationalhymne" kreiert und die "Tautfahne" entworfen. Bis 1930
fand jedes Jahr ein Siedlungsfest statt. 1925 trug zum Beispiel der Arbeiterdichter Erich Weinert sein Gedicht ,,Der rote Feuerwehrrnann" vor und ein Jahr später wurde der vielerorts verbotene sowjetische Film ,,Panzerkreuzer
Potemkin” im Freien gezeigt. 1951 wurde die Tuschkastensiedlung unter ,,kommunale Wohnraumverwaltung" gestellt. Seit 1963 steht die Anlage unter Denkmalschutz. Anfang der 90‘er Jahre erhielt die Berliner Bau- und
Wohnungsgenossenschaft von 1892 e.G. ihr Alteigentum zurück. |